Alltag mit Asthma

alltag mit asthmaDer Alltag mit Asthma ist nicht immer leicht. Obgleich Asthmatiker heutzutage ein weitestgehend normales Leben führen können, müssen sie die Erkrankung dennoch oft in alltäglichen Situationen berücksichtigen und geeignete Maßnahmen ergreifen. So muss zum Beispiel die Wohnung von Allergenen befreit, das Reiseziel sorgfältig ausgewählt und/oder auf Haustiere verzichtet werden. Asthma-Patienten müssen außerdem immer daran denken, ihre Medikamente mit- und einzunehmen und sich regelmäßig von ihrem Arzt untersuchen zu lassen.

Um ihre Beschwerden möglichst gering zu halten, sollten sie auch auf eine ausgewogene Ernährung achten und regelmäßig Sport treiben. Asthmatiker sollten zudem besonders behutsam darauf achten, sich vor Infekten zu schützen. Je nach Auslöser und Asthma-Form müssen natürlich unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden.

 

Therapie, Medikamente und Alltag mit Asthma

Was gibt es beim Alltag mit Asthma zu beachten? Asthmatiker müssen die Arztgänge und die Medikamenteneinnahme als einen Teil ihres Alltags akzeptieren. Regelmäßige Untersuchungen und die tägliche Einnahme der Langzeitmedikamente sind in der Regel unausweichlich. So müssen die Betroffenen zum Beispiel darauf verzichten, spontan bei Freunden zu übernachten, wenn sie das entsprechende Asthma-Spray nicht dabei haben.

Zudem sollten Asthmatiker immer die Notfallmedikamente mitnehmen, wenn sie das Haus verlassen. Es ist außerdem hilfreich, eine Erinnerung im Handy zu erstellen, die einen täglich an die Einnahme des Dauermedikaments erinnert. Ferner sollten sie mit ihren Angehörigen besprechen, wo sie die Notfallmedikamente aufbewahren und was genau im Notfall zu tun ist.

Die Betroffenen sollten aber auch selbst an Schulungen teilnehmen und sich erklären lassen, wie die Medikamente eingenommen und angewandt werden müssen. Es ist beispielsweise sehr wichtig, die Wirkstoffe möglichst tief in die Lunge einzuatmen.

  • Regelmäßige Arztbesuche
  • Regelmäßige Einnahme der Langzeitmedikamente
  • Notfallmedikamente immer mitnehmen
  • Angehörige über Notfallmedikamente informieren
  • An Schulungen teilnehmen

 

Asthma-Tagebuch

Es ist auch sinnvoll, sich anzugewöhnen, ein Asthma-Tagebuch zu führen. Dort können täglich die Messergebnisse des Peak-Flow-Meters sowie die regelmäßig und zusätzlich eingenommenen Medikamente eingetragen werden. Es ist auch empfehlenswert, die aufgenommene Nahrung sowie mögliche ungewohnte Beschwerden aufzuschreiben, sodass ersichtlich wird, ob bestimmte Lebensmittel oder Medikamente einen guten bzw. schlechten Einfluss auf das Asthma haben.

  • Peak-Flow Messergebnisse
  • Regelmäßig und zusätzlich eingenommene Medikamente
  • Aufgenommene Lebensmittel
  • Ungewohnte/Zusätzliche Beschwerden

Tipps bei Innenräume

Viele Asthmatiker müssen penibel genau darauf achten, ihre Wohnung möglichst sauber bzw. allergenfrei zu halten, denn zwei Drittel aller Allergene werden in Innenräumen produziert. Um zumindest im eigenen Heim tief durchatmen zu können, ist ein regelmäßiges und genaues Putzen daher unabdingbar. Auch ein absolutes Rauch-Verbot ist für Asthma-Patienten unerlässlich.

wohnungMit häufigem Lüften und einer konstanten Zimmertemperatur von etwa 20 °C kann die Entstehung von Schimmel verhindert werden. Milben können mit einem milbenundurchlässigen Matratzenbezug fern gehalten werden. Die Bettwäsche sollte außerdem bei mindestens 60 °C gewaschen werden. Mit einer Luftfeuchtigkeit von unter 55% können sowohl Milben als auch Schimmelpilze vermieden werden. Allergene können ferner durch die Auswahl eines geeigneten Bodenbelags gemieden werden. Glatte und nass wischbare Bodenflächen wie PVC oder Keramikfliesen eignen sich gut. Viele Allergiker bzw. Asthmatiker müssen zudem auf Haustiere verzichten und auch unterwegs von ihnen fernbleiben.

Natürlich müssen entsprechende Maßnahmen auch an anderen Orten, an denen der Betroffene viel Zeit verbringt, ergriffen werden. Asthma-Patienten müssen teilweise sogar auf gewisse Arbeitsstellen verzichten, wenn bei ihnen der Auslöser des Asthmas nicht vermieden werden kann.

Reisen mit Asthma

Um im Urlaub richtig entspannen zu können, sollten Asthmatiker diesen gut organisieren und bei der Auswahl des Reiseziels die individuellen Auslöser ihrer Erkrankung berücksichtigen. Wenn aber alles bedacht wird, können die gewohnten Beschwerden in den Ferien sogar gelindert werden.

 

Das Reiseziel

Für Asthmatiker mit Pollenallergie wäre zum Beispiel ein Urlaub inmitten von blühenden Sträuchern, Gräsern und Bäumen ungeeignet. Küstenregionen und Höhenlagen sind hingegen in der Regel sehr empfehlenswert. (Beispiel) Die salzhaltige Meeresluft erleichtert das Abhusten, denn sie wirkt schleimlösend auf die Atemwege. Ab einer Höhe von etwa 1.500 Metern sind die Lebensbedingungen für Hausmilben ungünstig und auch die Konzentration an Blütenpollen ist dort geringer. Die Atemwege können aber auch durch kalte und trockene Luft gereizt werden, weshalb evtl. auf einen Skiurlaub verzichtet werden muss. Ist das passende Reiseziel gewählt gibt es noch ein paar weitere Dinge für den perfekten Alltag mit Asthma zu beachten.

 

Die Reiseapotheke

Asthma-Patienten dürfen auch im Urlaub ihre die Dauer- und Bedarfsmedikation nicht vernachlässigen und müssen diese in ausreichender Menge mitnehmen. Die Reiseapotheke sollte vor allem bei Fernreisen griffbereit im Handgepäck aufbewahrt werden. Betroffene, die eine Anti-IgE-Therapie erhalten, müssen ihren Urlaub zudem so planen, dass dieser zwischen zwei Behandlungsterminen liegt. Es ist auch sinnvoll, vorab einen Facharzt in der Nähe der Urlaubsunterkunft rauszusuchen, um im Notfall schnell behandelt werden zu können. Eine gute Apotheke kann den Alltag mit Asthma retten.

 

Die Unterkunft

Zusätzlich sollte die Unterkunft möglichst allergikerfreundlich und rauchfrei sein. Auch auf die kalte und trockene Luft einer Klimaanlage sollte verzichtet werden. Einige Hotels bieten spezielle Allergiker-Zimmer an, in denen es z.B. keine Teppiche, Pflanzen oder Klimaanlagen gibt. Bei einer guten Unterkunft ist der gesamte Alltag mit Asthma einfacher.

 

Infekte vermeiden

gesund-krank-schildGerade Asthmatiker sollten sich behutsam vor Infekten schützen, denn ihre Bronchien können schon durch eine banale Erkältung stark belastet werden. Mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung kann das Immunsystem gestärkt und dadurch das Risiko einer Erkältung vermindert werden. Asthma-Patienten sollten außerdem große Menschenansammlungen und engen Kontakt zu infizierten Menschen meiden. Auch mit einem Händeschütteln und Küssen können Grippen– und Erkältungsviren leicht übertragen werden.

Betroffene sollten sich häufig die Hände waschen, um Ansteckungen vorzubeugen. Außerdem sollten Asthmatiker sich gegen Pneumokokken (Lungenentzündung) sowie jeden Winter gegen Grippe impfen lassen.

  • Immunsystem mit ausgewogener Ernährung stärken
  • Menschenansammlungen, Händeschütteln, Küsschen und infizierte Personen meiden
  • Häufiges Händewaschen
  • Impfen lassen