Asthma & Corona – Erhöhtes Risiko?

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Viele Menschen mit Asthma haben in diesen Tagen große Bange vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus (Covid-19). Die Bedenken bestehen, weil sie oftmals davon überzeugt sind, zu einer besonderen Risikogruppe zu gehören. Aber ist das wirklich so?

In Kürze: Die meisten Mediziner vertreten hierzu die Meinung, dass gut therapierte und medikamentös gut eingestellte Asthmatiker tatsächlich kein erhöhtes Risiko tragen. Eine wichtige Voraussetzung ist aber, dass die verschriebenen Medikamente auch stets gemäß der Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. 

Unsere Inhalte sind medizinisch überprüft. Unsere Autoren sind erfahrene Medizinredakteure mit entsprechenden Qualifikationen und langjähriger Erfahrung. Literatur & Quellen sind am Ende der Artikel genannt.
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    Video: Asthmatiker & Coronavirus

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    © Bayerischer Rundfunk – YouTube.com

    Leichte Entwarnung für Asthmatiker bei Corona

    Lungenärzte möchten die klare Botschaft rüberbringen, dass Asthmatiker grundsätzlich kein erhöhtes Risiko tragen, von einer Coronainfektion (COVID-19) betroffen zu sein. 1Gut eingestellte Asthmatiker sind grundsätzlich nicht stärker durch Coronaviren (COVID-19) gefährdet als Gesunde – 13.03.2020 | lungenaerzte-im-netz.de

    Menschen, die an Asthma zum Beispiel aufgrund einer Allergie leiden, haben nicht per se ein geschwächtes Immunsystem. Asthmatiker, die langfristig gut therapiert wurden und beispielsweise ihre entzündungshemmenden Asthma Sprays regelmäßig verwenden, haben den Entzündungsstatus in ihrer Lunge gut im Griff. Das bedeutet, dass die Alveolen sind nicht so vorgeschädigt, dass dadurch das Eindringen der Viren erleichtert vonstattengeht.

    Zunehmende Asthmabeschwerden ernst nehmen

    Dennoch ist es sehr wohl so, dass zunehmende Asthmabeschwerden durchaus ein Hinweis darauf sein können, dass die aktuelle Therapie ungenügend ist. In solchen Fällen steigt das Infektionsrisiko in der Tat signifikant an.

    Manche Experten gehen davon aus, dass Asthmatiker, die trotz ihrer Therapie weiterhin Beschwerden haben, durch das Coronavirus sehr wahrscheinlich doch etwas gefährdeter sind als gesunde Menschen.

    Ältere Patienten mit schwerem Asthma sind nach seiner Einschätzung auf jeden Fall stärker durch COVID-19 gefährdet. Ebenfalls zu einer besonderen Risikogruppe gehören jene Patienten, die zur Unterdrückung der Symptome ständig Kortisontabletten einnehmen müssen.

    Was hat es mit dem Hormon Kortison auf sich?

    Glucocorticosteroide, oder kurz Steroide genannt, sind in den meisten Asthma-Sprays in relativ schwacher Dosierung für die Langzeit-Therapie enthalten. Die eher geringe Konzentration ist deshalb möglich, weil das Medikament direkt in die Lunge inhaliert wird.

    Anders verhält es sich bei Kortisontabletten, die dann zum Einsatz kommen müssen, wenn die Symptome besonders schwerwiegend sind. In diesem Fall werden die Wirkstoffe über den Verdauungstrakt ins Blut abgegeben, der Anteile davon chemisch verändert, was eine deutlich höhere Dosierung erforderlich macht.

    Kortison wirkt dem Entzündungsstatus im Körper entgegen und lindert somit auch die Symptome von Asthma, das sich bei vielen Patienten mit überempfindlichen Bronchien aufgrund einer Allergie über Jahre entwickelt hat.

    Eben wegen der geringen Dosierung und sehr guten Verträglichkeit der Kortison-Sprays sollten diese permanent ebenfalls in beschwerdefreien Phasen angewendet werden. In Absprache mit dem Arzt ist es in den meisten Fällen möglich, die tägliche Anzahl der Hübe zu reduzieren.

    Wichtig: Asthmatiker sollten gerade in Zeiten von Corona vorsorglich unbedingt ihr Kortisonspray verwenden.

    Asthma Behandlung kritisch prüfen

    Genau dazu raten auch Lungenexperten. Außerdem wird noch erwähnt, dass die Langzeit-Therapie, gerade bei einer Allergie, oftmals aus einer Kombination eines kortisonhaltigen Präparats mit einem lang anhaltenden, bronchialerweiternden Wirkstoff (LABA) besteht.

    Wer es erreicht, auf diese Weise nachhaltig beschwerdefrei zu bleiben, ist sogar gegen COVID-19 gut gewappnet.

    Alle Asthma-Patienten, die jetzt trotz richtig angewandter Therapie noch nicht beschwerdefrei sind, sollten mit ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen und gegebenenfalls um eine Modifikation der Therapierung bitten. In vielen Fällen ist dies sogar telefonisch möglich. Wer seinen Arzt nur schwer erreichen kann, hat eventuell die Möglichkeit, gemäß Beipackzettel der Medikamente selbst bis zur Höchstdosis zu steigern.

    Weitere Tipps

    • Die Behandlung von Asthma nicht ohne Begründung beenden oder pausieren
    • Sicherstellung ausreichender Medikation im Falle einer Ausgangssperre
    • Aulöser von Asthma größtenteils vermeiden (bedenken Sie Pollen Allergien im Frühling)
    • Halten Sie sich strengstens an die allgemeinen Empfehlungen zum Schutz vor Corona-Infektionen

    Nützlich: Asthma Spray über das Internet

    Falls Asthmatiker ein neues Asthma Spray benötigen, kann auch die Telemedizin genutzt werden.

    Nach dem ausfüllen eines Fragebogens kann über das Internet das Rezept für ein Asthma Spray wie z.B. Salbutamol ausgestellt werden. Anschließend erfolgt ein 24 Stunden Expressversand. Dies ist eine ideale Möglichkeit den persönlichen Arztbesuch für ein Folgerezept in Zeiten der Coronakrise zu vermeiden. 

    Was tun bei Verdacht auf eine Infektion mit Corona?

    Wer als Asthmatiker glaubt, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, und feststellt, dass sich seine Beschwerden verschlimmern, sollte unmittelbar damit beginnen, Kortisontabletten einnehmen.

    Dies entspricht in aller Regel der Notfallvereinbarung, die der Pneumologe für ein erhöhtes Risiko mit seinem Patienten besprochen hat. In den meisten Fällen geht es dabei um die Einnahme von zweimal 20 Milligramm Prednisolon an jedem der folgenden fünf Tage.

    Wenn noch ein gelblich-grünlicher Auswurf beim Husten hinzutritt, wird der Asthma-Patient kaum darum herum kommen, ein Antibiotikum wie Amoxicillin einzunehmen, auch kommen ein Makrolid oder Doxycyclin infrage, erklärt Dr. Voshaar.

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    Maridav | shutterstock.com

    Auslöser von Asthma-Anfällen

    In der Lunge und den Bronchien des Asthmatikers herrscht ein ständiger Kampf zwischen einem mehr oder weniger ausgeprägten Entzündungszustand und Abwehrreaktionen des Immunsystems, die mal etwas erfolgreicher verlaufen und mal weniger. Das ist ein sehr labiles Gleichgewicht, das man auch in guten Zeiten kaum als Gesundheit bezeichnen kann, aber durch Medikamente stützen kann.

    Das gesamte Bronchialsystem ist in ständiger Kampf- und „Krampfbereitschaft“ und wird daher etwas unspezifisch einfach nur als überempfindlich bezeichnet. Kleinste harmlose Reizstoffe wie Blütenpollen, Tierhaare oder die Exkremente der Hausstaubmilbe (Allergene) können das labile Gleichgewicht unmittelbar zum Kippen bringen, es schaukelt sich ein Asthma-Anfall auf.

    Wie fühlt sich ein Asthma-Anfall an?

    Die Rede ist in diesem Zusammenhang auch von „Hyperreagibilität“. Dabei verengen sich die Bronchien (Kontraktion der Bronchialmuskulatur) und gleichzeitig schwellen auch noch die Schleimhäute der Bronchialwände an. Beides führt, sich gegenseitig verstärkend, zur gleichen Wirkung: akute Atemnot.

    Das ist sogar akustisch zu vernehmen, denn beim Atmen entstehen nun pfeifende oder vibrierende Geräusche. Trockener Husten teilweise mit Abgang zähen glasigen Schleims tritt hinzu. Der Betroffene erleidet ein starkes Engegefühl im Brustbereich.

    Auch wenn es nicht unbedingt so empfunden wird, das Problem, das den Asthmatiker in erster Linie quält, ist die Tatsache, dass er kaum noch ausatmen kann. Die prall gefüllte Lunge impliziert dann, dass er nichts mehr einatmen kann.

    Ein weiterer Auslöser für einen Asthma-Anfall wartet fast jede Nacht auf den Betroffenen. Es ist die ganz natürliche Tagesschwankung des körpereigenen Kortisonspiegels. Die Nebennierenrinde begibt sich, ebenso wie die meisten anderen Organe auch, zu einer Art Nachtruhe und fährt die Produktion des Hormons Kortison herunter.

    Aus diesem Grunde wachen viele Asthmatiker mitten in der Nacht mit Atemnot auf.
    Wem das also insbesondere im Frühjahr, wenn viele Pollen in der Luft sind, passiert, darf sich sicher sein, dass dies mit Corona (Covid-19) nichts zu tun hat.

    Option: Impfschutz für Asthmatiker

    Impfschutz gegen Lungenentzündung und Grippe ist für den Asthmatiker besonders wichtig

    Impfungen gegen die saisonale Grippe und gegen Pneumokokken bedeuten für den Asthmatiker tatsächlich eine Art Rückversicherung.

    Sollte das Immunsystem durch eine andere Infektion stark beansprucht werden, was zum Beispiel bei COVID-19 ganz sicher der Fall ist, bleibt durch die entsprechende Impfung zumindest die zusätzliche Vermehrung anderer Keime aus, was die Heilungschancen klar begünstigt.2Impfschutz für Asthmatiker wegen ihres erhöhten Infektionsrisikos besonders wichtig | lungenaerzte-im-netz.de

    Option: Asthma Spray auf Vorrat

    Auf jeden Fall ist es nützlich ein Asthma Spray auf Vorrat zu Hause zu haben. So kann im Falle weiterer Einschränkungen oder Überlastungen des Gesundheitssystems die Asthma-Therapie ohne weiters fortgesetzt werden. 

    Dank moderner Online Sprechstunden, die bis vor kurzem noch kritisiert worden sind, muss nun nicht für jedes Folgerezept der Arzt besucht werden. Asthmatiker können bequem über das Internet ein Asthma Spray beispielsweise aus England oder Holland bestellen. Das notwendige Rezept kann von einem Arzt über das Internet ausgestellt werden. 

    Literatur & Quellen:

    • Gut eingestellte Asthmatiker sind grundsätzlich nicht stärker durch Coronaviren (COVID-19) gefährdet als Gesunde – 13.03.2020 | lungenaerzte-im-netz.de
    • Impfschutz für Asthmatiker wegen ihres erhöhten Infektionsrisikos besonders wichtig | lungenaerzte-im-netz.de
    • 2020-03-16_Statement_Asthma_und_COVID-19_F.pdf – pneumologie.de

    Bilder: Anasteisha, DigitalMammoth & Maridav | shutterstock.com