Asthma Inhalatoren im Überblick

Asthma-Inhalatoren im Detail

asthma-inhalatorBei Asthma-Inhalatoren wird grundsätzlich zwischen Controllern und Relievern unterschieden. Erstere sind Dauermedikamente, welche die Entzündungen der Atemwege reduzieren und regelmäßig zur Vorbeugung eingenommen werden müssen. Reliever sind Bedarfsmedikamente, die die Symptome schnell bekämpfen und bei akuten Asthmaanfällen eingesetzt werden. In den meisten Fällen werden Asthma-Patienten beide Medikamente verschrieben, um die Erkrankung sowohl präventiv als auch im Notfall zu behandeln.

Das Wort Inhalator bezeichnet als Sammelbegriff eine Gruppe von Geräten, mit welchen feste oder flüssige Wirkstoffe in ein inhalierbares Aerosol überführt werden können. Das Aerosol wird meistens über den Mund inhaliert, in manchen Fällen kann es aber auch über die Nase verabreicht werden. Mit einem Inhalator können Arzneimittel direkt in die Lunge und die Bronchien transportiert werden.

 

Controller – Präventive Inhalatoren

Präventive Inhalatoren werden eingesetzt, um die erhöhte Bronchien-Empfindlichkeit, die chronische Entzündung und die Verengung der Atemwege zu reduzieren bzw. möglichst vollständig zu kurieren. Dauermedikamente helfen also dabei, die Erkrankung und ihre Beschwerden zu kontrollieren. Daher auch das Wort „Controller“, welches Englisch ist und „Kontrolleur“ bedeutet. Um die vorbeugende Wirkung zu erzielen, muss der Körper regelmäßig mit dem Wirkstoff versorgt werden. Aus diesem Grund müssen Controller täglich inhaliert werden.

Es gibt verschiedene Darreichungsformen der Dauermedikamente und auch Unterschiede in der Zusammensetzung ihrer Wirkstoffe. Alle enthalten aber bestimmte Steroide (meistens Cortison), da diese eine entzündungshemmende Wirkung haben und sie die Lungenwege schnell entspannen. Deshalb werden Controller auch oft als „inhalative Kortikosteroide“ bezeichnet. Die am besten geeignete Darreichungsform sind Inhalatoren bzw. Asthma-Sprays, da sie direkt an den Bestimmungsort gelangen, an welchem sie ihre Wirkung entfalten sollen. Somit gelangt der Wirkstoff nur in geringen Maß in den Blutkreislauf und folglich in den gesamten Organismus, wodurch die Nebenwirkungen verringert werden. Das Medikament kann aber auch in Injektions- oder Tablettenform verabreicht werden. Diese Darreichungsform wird aber in der Regel nur bei besonders schwerem Asthma verschrieben.

 

Reliever Inhalatoren

Reliever sind Bedarfsmedikamente, die vor oder während eines akuten Asthmaanfalls eingesetzt werden. Sie entspannen die verkrampfte Bronchialmuskulatur innerhalb von wenigen Minuten und erweitern dadurch die Atemwege. Asthma-Patienten können Reliever vor einem Anfall nutzen, um diesen zu verhindern oder währenddessen, um die Symptome rasch abklingen zu lassen. Asthmatiker sollten das Bedarfsmedikament immer griffbereit bei sich tragen.

Reliever werden in der Regel als Inhalator verschrieben aber der Wirkstoff kann auch in Tabletten-, Injektions- oder Sirupform verabreicht werden. Der am häufigsten angewandte Reliever ist Ventolin. Dabei handelt es sich um ein Medikament zur bronchodilation, also zur Erweiterung der verengten Bronchien. Bei Asthma werden hierfür meist Betasympathikomimetika eingesetzt.

 

Inhalator-Formen

Sowohl Controller als auch Reliever können in zwei unterschiedlichen Formen verschrieben werden. Wenn eine Inhalator-Art unpassend ist, kann also die Alternative genutzt werden.

asthma-pufferPuffer

Als Puffer (oder auch Evohaler, Easi-Breathe-Inhalatoren, Aerosole, Autohaler) werden die charakteristischen L-förmigen Inhalatoren bezeichnet. Oftmals werden sie auch nach der Hersteller-Marke benannt. So sind die zum Beispiel unter den Namen Clenil, Qvar, Seretide und Flixotide bekannt.

Bei dieser Inhalator-Art kann eine komprimierte Form des aktiven Wirkstoffs über ein Drücken freigesetzt und eingeatmet werden. So muss bei Aerosolen und Evohalern auf den Behälter gedrückt werden, um den Sprühstoß freizusetzen und diesen inhalieren zu können. Bei Easi-Breathe und Autohalern müssen vor dem Einatmen kleine Knöpfe gedrückt werden. Der Wirkstoff sollte möglichst direkt nach dem Austreten inhaliert werden. Es gibt auch Distanzstücke, die auf den Inhalator gesetzt werden können und ein direktes Einatmen erleichtern. Puffer sind recht einfach zu benutzen, für sehr junge Patienten oder Menschen mit Arthritis können aber Trockenpuder-Inhalatoren besser geeignet sein.

 

asthma-puderTrockenpuder-Inhalatoren

Trockenpuder-Inhalatoren beinhalten das Medikament in bereits abgemessener Form, zum Beispiel in einem Reservoir (Ringtablette oder Pulvercontainer) oder in Einzeldosisbehältnissen (Blister oder Kapsel) und sie sind als wiederbefüllbare und nicht-wiederbefüllbare Variation erhältlich. Die meisten Trockenpuder-Inhalatoren enthalten Laktose und sind daher nicht für jeden Patienten geeignet.

In der Regel erfordern sie im Vergleich zu anderen Inhalatoren eine genauere Kenntnis zur korrekten Anwendung. Die Bedienungsanwendung ist je nach Form unterschiedlich. Bei Accuhalern und Turboladern muss zuerst ein Mundstück geöffnet und dann an einem Hebel gezogen oder das untere Teil des Geräts gedreht werden, um das Trockenpuder freizusetzen und das Aerosol inhalieren zu können.

 

Kombinations- und Langzeittherapien

Wenn die Dauermedikation keine ausreichende Wirkung erzielt, können zusätzlich zu den Dauermedikamenten lang wirkende Beta-2-Sympathomimetika verabreicht werden. Diese stehen auch als Kombinationspräparate zur Verfügung, sodass der Patient nur einen Inhalator benutzen muss. Ist das Asthma besonders schwer, müssen eventuell auch Kortison-Tabletten eingenommen werden. Für begründete Fälle gibt es auch weitere Langzeitmedikamente wie etwa Theophyllin und Montelukast. Bei Omalizumab handelt es sich um einen relativ neuen Wirkstoff, der bei sehr schwerem allergischem Asthma unter die Haut gespritzt wird.