Salbutamol (Salbuhexal)

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Salbutamol ist ein Wirkstoff aus der Familie der sogenannten Beta-Sympathomimetika, ein Beta-2-Rezeptor-Antagonist. Er wird zur Behandlung von Asthma, chronischer Bronchitis und der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) eingesetzt. Salbutamol hat einen sehr schnellen Wirkungseintritt und lindert Asthmasymptome innerhalb von wenigen Minuten. 

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    salbutamol

    Die Eigenschaften von Salbutamol

    Salbutamol gehört zu deng Beta-2-Sympathomimetika. Dieses ahmt den Reiz des Sympathikus nach. Die Wirkung des Medikamentes ist auf Organe, die glatte Muskeln haben, wie Bronchien, Adern und den Uterus beschränkt. Die Beta-2-Sympathomimetika entspannen die Muskeln. Dadurch erschlaffen oder erweitern sich die betroffenen Organe.

    Bei einem akuten Asthmaanfall sorgt Salbutamol dafür, dass die Muskeln der Bronchien sich entspannen und dadurch erweitert werden. Die normale Atemtätigkeit kann wieder stattfinden und führt zu einem verbesserten Austausch der Gase und erhöht die Aufnahme von Sauerstoff, während das Kohlendioxid abgegeben wird.

    Bei einem akuten Asthmaanfall gelangt der Wirkstoff Salbutamol mithilfe eines Inhaliergerätes direkt in die unteren Atemwege. Die Wirkung beschränkt sich auf die Bronchien und die Lunge. Diese Tatsache verringert das Risiko von Nebenwirkungen. Salbutamol ist ein schnell und kurz wirksames Beta-2-Sympathomimetika.

    • Gestoppt werden kann ein Asthmaanfall innerhalb von wenigen Sekunden.
    • Eine Besserung der Symptome bei einem Asthmaanfall sind in drei bis zehn Minuten zu bemerken.
    • Die Wirkung hält vier bis zu sechs Stunden an.

    Nach der Inhalation gelangt Salbutamol über die Lunge in den Blutkreislauf. Im Laufe des Tages baut der Körper den Wirkstoff ab und 50 bis 75 Prozent des Wirkstoffes werden über die Nieren wieder aus dem Körper ausgeschieden.

    Wie wirkt Salbutamol?

    Das vegetative Nervensystem des Körpers, also der Teil des Nervensystems, der nicht durch den Willen gesteuert werden kann, besteht aus zwei Teilen, die zueinander eine gegensätzliche Aufgabe haben. Der eine Teil ist das parasympathische Nervensystem, Parasympathikus genannt und das sympathische Nervensystem, Sympathikus genannt.

    • Wenn der Parasympathikus die Oberhand hat, wird der Herzschlag langsamer, die Verdauung wird angeregt und die Muskelspannung wird weniger.

    Wird der Sympathikus tätig, bereitet sich der Körper auf Leistung vor. Der Herzschlag beschleunigt sich, die Pupillen weiten sich und die Verdauungstätigkeit wird geringer. Außerdem weiten sich die Bronchien, damit Gase ausgeatmet und ausreichend Sauerstoff in den Körper gelangt. Diese Stressreaktionen werden durch die Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin ausgelöst.

    • Der Wirkstoff Salbutamol imitiert diese Wirkung in der Lunge.

    Salbutamol sorgt dafür, dass die Bronchien sich weiten und die Sauerstoffaufnahme im Körper verbessert wird und Kohlendioxid aus dem Körper ausgeschieden wird. Der Wirkstoff Salbutamol trägt somit dazu bei, die Bronchien zu entkrampfen und hat zudem entzündungshemmende Eigenschaften.

    Nachdem Salbutamol inhaliert wurde, normalisiert sich die Atemtätigkeit und der Patient wird von den Asthma Symptomen, der Beklemmung und der Atemnot befreit.

    Vorteilhafte Wirkungsweise

    • Auf den restlichen Körper nimmt der Wirkstoff keinen Einfluss.
    • Die Wirkung entfaltet sich direkt in der Lunge.
    • Dadurch verringert sich auch das Risiko von Nebenwirkungen.

    Der Wirkstoff Salbutamol ist ein schnell aber kurz wirksames Beta-2-Sympathomimetika, was bedeutet, dass seine Wirkung schnell einsetzt. Nach etwa 3 bis 5 Minuten ist mit einer Wirkung zu rechnen. Ein Asthmaanfall kann bereits innerhalb von wenigen Sekunden beendet werden. Die Wirkung kann dann 4 bis maximal 6 Stunden lang anhalten. 

    Salbutamol wird als Bedarfsmedikament eingesetzt und hat bei allergischen oder Belastungs-bedingten Formen von Asthma Bronchiale eine vorbeugende Wirkung. Wenn der Wirkstoff vor dem Sport inhaliert wird, verhindert er einen durch die sportliche Anstrengung und die körperliche Bewegung hervorgerufenen Asthmaanfall.

    Bronchien Erweiterung einfach erklärt

    Wenn ein Patient einen Asthmaanfall erleidet, führen bestimmte Reize dazu, dass sich die entzündeten und dadurch überempfindlichen Bronchien verengen. Durch die Abnahme des Durchmessers der Bronchien wird die Funktion der Lunge behindert. Dadurch wird es für den Betroffenen schwer zu atmen und er hat Beklemmungsgefühle.

    Bestimmte Mechanismen im Körper steuern die normale Atmung. Die Atemleistung wird so gestaltet, wie der Organismus sie benötigt. Der Wirkstoff Salbutamol ahmt die Wirkungsweisen dieser Mechanismen nach. Die Muskulatur der Bronchien entspannt sich und wird dadurch erweitert.

    Dosierung von Salbutamol

    Für die Anwendung von Salbutamol wird meist ein Druckgasinhalierer eingesetzt, bei dem die Dosierung individuell eingestellt werden kann. Die Höhe der Dosierung ist abhängig davon, wie alt der Patient ist, wie schwer die Asthmaerkrankung ist, und davon, welches Ziel mit der Anwendung verfolgt wird.

    Wenn der Arzt keine andere Dosierung verordnet, werden für erwachsene und für jugendliche Personen, die älter als 12 Jahre sind, die folgenden Dosierungen empfohlen:

    • als Therapie bei einem akuten Spasmus der Bronchien: ein- bis zweimal sprühen
    • um einem Asthmaanfall durch Allergien oder Anstrenung vorzubeugen: zweimal sprühen
    • wann immer nötig: ein- bis zweimal sprühen aber höchstens vier Mal am Tag
    • An einem Tag sollte nicht mehr als acht Mal gesprüht werden.

    Die richtige Anwendung von Salbutamol

    Der behandelnde Arzt entscheidet in jedem Fall individuell für seine Patienten über die korrekte Anwendung und die Dosierung von Salbutamol. Die Dosierung des Wirkstoffes richtet sich bei Asthma danach, wie schwer die Krankheit ist. Damit das Mittel richtig wirken kann, ist es wichtig, dass der Patient sich genau an die vorgeschriebene Behandlung hält.

    Salbutamol ist auf einer Online Klinik als Accuhaler mit 100 mcg erhältlich. Es lässt sich genau so dosieren, wie des der Patient nötig hat. Im Anwendungsfall reichen ein bis zwei Aerosolstöße aus, damit der Wirkstoff zuverlässig hilft.

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    Ärzte empfehlen normalerweise am Anfang der Asthmabehandlung eine niedrige Dosierung des Wirkstoffes Salbutamol. Die Dosierung kann bei Bedarf und auf Anraten des Arztes erhöht werden. Die für den Patienten geeignete Dosierung ist außerdem auch von der Art des Inhalationsgerätes abhängig.

    Accuhaler oder Autohaler enthalten neben dem eigentlichen Wirkstoff ein Pulver mit etwas Laktose und sind daher für Personen mit einer Laktose-Unverträglichkeit nicht geeignet. Jedoch unabhängig von der Art des Inhalators sollten Patienten täglich nur achtmal inhalieren.

    Der Einsatz von Evohaler und Accuhaler

    Der Einsatz der verschiedenen Inhalatoren ist in den Gebrauchsanweisungen genauestens erklärt. Bevor sie zum ersten Mal eingesetzt werden, wird der Metallbehälter, der den Wirkstoff enthält, in das dafür vorgesehene Gehäuse aus Kunststoff platziert. Dann werden zwei Probestöße an die Luft abgegeben. Ebenso wird ein Probestoß abgegeben, wenn der Inhalator längere Zeit nicht im Einsatz war.

    Der Patient atmet vor der Anwendung tief aus. Dann umschließt er das Mundstück des Inhalators fest mit den Lippen und löst einen Aerosolstoß aus. Diesen atmet er langsam und tief ein und hält die Luft so lange wie möglich an, damit der Wirkstoff auch ganz bestimmt in die unteren Atemwege gelangt.

    Aus Gründen der Hygiene werden der Plastikbehälter und das Mundstück einmal wöchentlich gereinigt. Der Mund sollte nach dem Gebrauch des Sprays ausgespült werden, um etwaige Infektionen im Rachenraum zu verhindern.

    Pharmakologische Eigenschaften von Salbutamol

    Mithilfe der Inhalation gelangen 10 bis 20 Prozent des Wirkstoffes Salbutamol in die unteren Atemwege. Dort werden sie resorbiert aber in der Lunge nicht metabolisiert.

    Das inhalierte Salbutamol kann vom Körper zu 50 Prozent aufgenommen werden. Der Wirkstoff beginnt innerhalb von fünf Minuten mit seiner Arbeit und seine Wirkung hält über vier Stunden an.

    Ungefähr 58 bis 78 Prozent der Dosis werden entweder ohne Veränderung oder als Phenosufat metabolisiert über die Nieren ausgeschieden. Die Menge, die über die Faeces ausgeschieden wird, ist so gering, dass man sie vernachlässigen kann. Nach dem Inhalieren von Sabultamol wird es nach 2,7 bis 5 Stunden wieder ausgeschieden.

    Nebenwirkungen von Salbutamol

    Salbutamol verursacht im Körper eine gewollte Stressreaktion. Der Körper gerät dadurch in einen sogenannten Fight-or-Flight-Zustand (kämpfe oder fliehe).

    Der Wirkstoff gilt grundsätzlich als gut verträglich. Trotzdem können zu Beginn der Behandlung, leichte Beschwerden auftreten, da der Organismus sich erst an den Wirkstoff gewöhnen muss. Die leichten Beschwerden verschwinden normalerweise nach kurzer Zeit wieder. Wenn das nicht dr Fall ist oder die Beschwerden stärker auftreten, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

    Mögliche Nebenwirkungen von Salbutamol sind:

    • Unruhegefühl
    • Herzklopfen
    • Kopfschmerzen
    • Zittern
    • Muskelkrämpfe

    Selten werden die Schleikhäute in Mund und Rachen gereizt. Ein gründliches Ausspülen des Mundes, nachdem das Mittel inhaliert wurde, kann solche Reizungen vermeiden.

    • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • Schlafstörungen

    Wenn die Dosierung des Wirkstoffes sehr hoch ist, können, wenn er den Blutkreislauf erreicht, Beeinträchtigungen des Stoffwechselns wie Überzuckerung oder Mineralstoffmangel auftreten.

    Eine Gewöhnung kann sich nur nach sehr häufigem und längeren Gebrauch von Beta-2-Sympathomimetika einstellen, sodass die Dosis erhöht werden muss, um die Bronchien erweiternde Wirkung weiterhin sicherzustellen.

    Wenn der Wirkstoff Salbutamol sehr oft eingesetzt wird, wird gelegentlich eine Überempfindlichkeit der Bronchien festgestellt. Das Inhalieren des Wirkstoffes gilt als gut verträglich. Wird der Wirkstoff Salbutamol in Tablettenform verabreicht, treten häufiger Nebenwirkungen wie hoher Blutzucker oder Blutdruck auf.

    Wechselwirkungen von Salbutamol

    Bei vielen Arzneimittel treten unerwünschte Wechselwirkungen auf, wenn sie zusammen mit anderen Medikamenten eingenommen werden.

    Die Wirkung kann sich entweder gegenseitig aufheben, abschwächen, verstärken oder kann andere Nebenwirkungen verursachen. 

    Bei Salbutamol können Wechselwirkungen mit folgenden Medikamenten oder deren Wirkstoffen auftreten:

    • Antidiabetika (nur bei sehr hohen Dosierungen)
    • Antiarrhythmika (Zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen)
    • Antidepressiva
    • andere Beta-2-Sympathomimetika (Asthma Sprays)
    • L-Thyroxin
    • Parkinson Medikamente
    • Mutterkornalkaloide
    • Oxytocin (Neurotransmitter)
    • Procarbazin (Natulan)

    Betablocker zur Behandlung von hohem Bluthoch und Erkrankungen des Herzens arbeiten in den gleichen Bereichen wie Beta-2-Sympathomimetika. Werden diese Präparate gleichzeitig eingenommen, kann es zu einer schwächeren Wirkung beider Präparate kommen. Die Einnahme von Betablockern durch Asthmatiker ist grundsätzlich kritisch, weil der Wirkstoff Asthmaanfälle begünstigen oder sogar verursachen kann.

    Unerwünschte Wirkung in Kombination mit weiteren Herzmedikamenten

    Die gleichzeitige Einnahme von Salbutamol und Medikamenten, die den Rhythmus des Herzschlags regulieren, ist ebenfalls nicht empfehlenswert. Es kann dabei zu unerwünschten Auswirkungen bei der Herz-Kreislauf-Regulation kommen. Auch Digitalis-Glycoside sollten nicht zusammen mit Asthma-Präparaten benutzt werden.

    Gegenanzeigen mit Salbutamol

    Bei Überempfindlichkeit oder Allergie gegen den Wirkstoff Salbutamol oder eine andere Substanz in den Präparate mit dem Wirkstoff Salbutamol dürfen das entsprechende Arzneimittel nicht einnehmen. Bei bestimmten Erkrankungen muss wegen der erhöhten Risiken bei der Anwendung von Salbutamol vor der Verschreibung eine sehr sorgfältige Abwägung des Nutzens gegen das Risiko erfolgen.

    Zu diesen Erkrankungen gehören:

    • Atherosklerose (unpräzise auch Arteriosklerose)
    • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
    • Kaliummangel (Hypokaliämie)
    • Nebennierenmark-Tumore
    • Unbehandelter schwerer Bluthochdruck (Hypertonie)
    • Aneurysma
    • schlecht eingestellter Diabetes mellitus
    • Herzmuskelerkrankungen oder -entzündungen
    • Herzrhythmusstörungen
    • ein kürzliche erlittener Herzinfarkt

    Anwendung von Salbutamol durch altere Patienten und Kinder

    Auf Anraten eines Arztes kann Salbutamol auch bei Kindern, die älter als vier Jahre sind, und bei älteren Patienten verschrieben werden. Die Eltern sollten die Anwendung bei Kindern grundsätzlich überwachen. Die Kinder können das Inhalationsgerät zwar mit beiden Händen halten, aber im Alter unter sechs Jahren können sie es meist nicht richtig handhaben.

    Anwendung während der Schwangerschaft

    Während einer Schwangerschaft ist grundsätzlich immer ein Arzt über die Einnahme von Medikamenten zu konsultieren. Schwanger sollten sich auf keinen Fall selbst über Medikamenteneinnahme entscheiden, sondern notwendige Behandlungen und die Auswahl und Dosierung ihrem Arzt überlassen.

    Sehr starke und nicht genau diagnostizierte Beschwerden

    Auf jeden Fall muss ein Arzt hinzugezogen werden, wenn Asthmapatienten einen besonders schweren Asthmaanfall erleiden oder wenn der Wirkstoff Salbutamol in der verordneten Dosis keine ausreichende Erleichterung verschafft. Das Gleiche gilt, wenn der Wirkungszeit weniger als drei Stunden anhält

    Salbutamol ist verschreibungspflichtig.

    Das Asthma Spray kann auch über einen Online Arzt angefragt werden.

    Literatur & Quellen: