Asthma und Sport

asthma-sportMit Symptomen wie Kurzatmigkeit, Hustenreiz und Atemnot scheint es so, als sei Sport nicht für Asthmatiker geeignet, vor allem nicht, wenn es sich um Belastungsasthma handelt. Aber das Gegenteil ist der Fall, Asthma wird sogar durch Bewegungsmangel gefördert. Regelmäßiges Training wirkt sich sehr positiv auf die Erkrankung aus, denn es verbessert die Funktion der Lunge bei jedem Menschen. Bei Asthmatikern wird die Gefahr eines Asthmaanfalls somit geringer. Wenn körperliche Aktivität gemieden wird, sinkt die Leistungsfähigkeit und die Kondition nimmt ab. Infolgedessen kommt es bereits bei sehr geringer Anstrengung zu Atemnot.

Für die sportliche Betätigung wird aber eine medikamentöse Behandlung vorausgesetzt und nicht jedes Training ist gleich gut geeignet. Asthmatiker können zwar theoretisch jede Sportart ausüben, allerdings sollten einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

Für die sportliche Aktivität wird eine medikamentöse Behandlung vorausgesetzt und das Asthma muss regelmäßig kontrolliert werden. Außerdem sollten gerade Asthmatiker ihr Leistungslevel nur langsam steigern, um die Gefahr eines Asthmaanfalls zu minimieren. Ausdauersportarten mit gleichmäßigen und wiederkehrenden Bewegungsabläufen sind besonders gut geeignet.

 

Warum Sport gerade bei Asthma sinnvoll ist

  • Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Sauerstoffaufnahme wir erhöht
  • Stärkung der Muskulatur
  • Abwehrkräfte werden gestärkt
  • Gefahr für die Erkrankung an Osteoporose sinkt (besonders wichtig, wenn Kortison eingenommen wird)

 

Sportarten und Training

Ausdauersportarten wie etwa Walken, Joggen, Radfahren und Schwimmen vergrößern die Atemtiefe, steigern die Ausdauer und stärken das Herz-Kreislauf-System. Asthma-Patienten sollten mindestens drei- und höchstens fünfmal die Woche Trainingseinheiten von jeweils 30 Minuten absolvieren. Es ist ferner sehr wichtig, sich vor dem Sport gründlich aufzuwärmen, da ein plötzlicher Belastungsbeginn zu einer Verengung der Bronchien führen kann. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Hyperventilation und Atemnot kommen.

Asthmatiker können aber auch Krafttraining und Hochleistungssport ausüben. Für Betroffene kann es allerdings aufgrund der Einschränkung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit leicht zur Überforderung kommen. Daher ist die Teilnahme an sogenannten Lungen-Sportgruppen empfehlenswert. Dort können Asthmatiker eine sportliche Betätigung, die auf ihr Leistungsvermögen zugeschnitten ist, mit Gleichgesinnten ausüben.

Vorsichtsmaßnahmen

Asthmatiker sollten sich gründlich untersuchen lassen, bevor sie mit einer sportlichen Aktivität beginnen und vor jedem Training vorbeugend ein Bronchien-erweiterndes Medikament einnehmen. Mit dem ergometrischen Belastungstest kann die Lungenfunktion gemessen und der Trainingszustand besser beurteilt werden. Des Weiteren sollten Asthma-Patienten stets ihre Notfallmedikamente mit sich führen und das Training muss allzeit unterbrochen werden können, ohne dass der Betroffene oder jemand anderes gefährdet wird. Im Notfall muss außerdem rechtzeitig ärztliche Hilfe verfügbar sein. Für Asthmatiker empfiehlt es sich, stets eine Begleitperson oder zumindest ein Handy zur Sicherheit dabeizuhaben.

 

Sport anpassen

Asthmatiker müssen ihr Training an Situationen anpassen. Patienten, bei denen sich das Asthma aufgrund von hoher Ozonkonzentration verschlechtert, können die frühen Morgenstunden für die körperliche Aktivität im Freien nutzen. Ist der Pollenflug ein Problem, bietet sich Hallen- oder Wassersport an. Bei kalter und trockener Luft ziehen sich die Bronchien zusammen und das Atmen wird erschwert. Daher ist es vor allem für Asthmatiker ratsam, die Nase und den Mund mit etwas Stoff zu bedecken, sodass die Atemluft erwärmt wird. Viele Asthma-Patienten haben bessere und schlechtere Tage. Sie sollten an besonders schlechten Tagen besser nichts erzwingen.

 

Tipps

asthma-sport-laufen

Vor dem Sport

  • Etwa 15 Minuten vor dem Training ein Bedarfsmedikament inhalieren (kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum)
  • Atmungsaktive Sportkleidung tragen
  • Mindestens 10 Minuten aufwärmen
  • Realistische Ziele setzen

 

Während des Sports

  • Ruhig und regelmäßig atmen
  • Bei starker Belastung Lippen etwas zusammenpressen und ausatmen
  • Möglichst durch die Nase atmen
  • Bei zu starker Belastung Training unterbrechen, Intensität/Tempo reduzieren oder Asthmaspray inhalieren

 

Nach dem Sport

  • Langsam die Belastung reduzieren
  • Mit leicht zusammengepressten Lippen ausatmen
  • Wenn nötig eine Körperhaltung wie etwa Kutschersitz einnehmen, die das Atmen erleichtert
  • Dehnübungen machen
  • Rasch umziehen, um eine Erkältung zu vermeiden
  • Flüssigkeitshaushalt ausgleichen (Wasser, Saft oder Tee trinken)
  • Ausruhen

 

Anstrengungs-Asthma

Bei vielen Menschen kommt es innerhalb von wenigen Minuten nach dem Trainings-Beginn zu Atemnot. Meistens geschieht dies aufgrund des schlechten Trainingszustandes und die Atemnot hört auf, sobald die körperliche Anstrengung beendet wird. Bei Asthmatikern dauert dieser Zustand aber aufgrund von diversen krankhaften Vorgängen weiterhin an.

Aber auch Patienten mit Anstrengungs-Asthma ist es möglich, Sport zu treiben und dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Asthma-Anfalls zu reduzieren.

Mit der Einnahme eines Bedarfsmedikaments können die Atemwege des Betroffenen vor der Überreaktion des Immunsystems geschützt werden und das Training kann gefahrenloser absolviert werden.