Behandlung von Asthma

Die Asthma Diagnose ist für viele Menschen erst einmal ein Schock, da die Erkrankung einen starken Einfluss auf den Alltag und den Lebensstil haben kann. Asthma kann zwar nicht vollständig geheilt werden, in den meisten Fällen können die Beschwerden jedoch gut eingedämpft werden und oft ist sogar ein Leben ohne Einschränkungen möglich.

Der Facharzt kann nach einer umfassenden Untersuchung den richtigen Behandlungsweg und die optimale Medikation einschätzen. Was bei Asthma hilft, ist von Patient zu Patient unterschiedlich und von der Asthma-Form und dessen Schweregrad abhängig.

Behandeln

Die medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie hat das Ziel, die chronische Entzündung, die Verengung der Atemwege und die erhöhte Bronchien-Empfindlichkeit zu beheben. Asthma wird für die Anpassung und Einschätzung der Therapie, in die drei GradeKontrolliertes Asthma, Teilweise kontrolliertes Asthma und Unkontrolliertes Asthma eingestuft.

Die Behandlung wird, je nach Grad, in fünf verschiedene Therapie-Stufen unterteilt und kann bei Bedarf angepasst werden. Dabei soll die bestmögliche Kontrolle der Erkrankung mit der geringstmöglichen Medikamenten-Menge erzielt werden.

Meistens werden bei der Behandlung Inhalatoren bzw. Asthma-Sprays verwendet, da diese direkt an den gewünschten Bestimmungsort gelangen und die Nebenwirkungen somit reduziert werden. Grundsätzlich werden sie in Reliever und Controller unterteilt.

Bei den sogenannten Relievern handelt es sich um Bedarfsmedikamente, die bei akuten Anfällen eingesetzt werden. Controller sind Dauermedikamente, die präventiv und regelmäßig eingenommen werden. Für schweres Asthma gibt es außerdem Zusatzmedikamente.

 

Controller

Controller müssen dauerhaft und regelmäßig eingenommen werden und dienen als vorbeugende Maßnahme. Durch sie können Asthmaanfälle vermieden werden, da sie die Entzündung der Atemwege schwächen und die Entzündungsbereitschaft der Bronchien eingrenzen.

Derzeit gelten die sogenannten Controller mit Glukokortikoiden als wirkungsvollstes Dauermedikament bei Asthma. Dabei handelt es sich um einen synthetisch hergestellten Stoff des körpereigenen Cortisol-Hormons, welches Entzündungsprozesse eindämpft und die erhöhte Abwehrbereitschaft des Körpers verhindert.

 

Reliever

Reliever sind Bedarfsmedikamente, die bei einem akuten Asthmaanfall eingesetzt werden. Sie entspannen innerhalb von wenigen Minuten die verkrampfte Bronchialmuskulatur und erweitern dadurch die Atemwege. Meist handelt es sich bei ihnen um Inhalatoren mit Beta-2-Sympathomimetika wie etwa Formoterol, Fenoterol, Terbutalin und Salbutamol. Reliever sind bei einem Asthmaanfall sehr effektiv, sie sind aber nicht für eine nachhaltige Behandlung geeignet.

Auch lang wirkende Beta-2-Sympathomimetika, die manchmal bei schwerem und fortgeschrittenem Asthma eingesetzt werden, sollten stets mit einer Dauertherapie kombiniert werden.

Die Asthmatherapie sollte immer von Asthmaschulungen begleitet werden, in denen unter anderem der richtige Umgang mit den Medikamenten, die Verhaltensweisen in einem Notfall und die Anwendung des Therapieplans erlernt werden. Auch Tabakentwöhnung, körperliches Training und Atemphysiotherapie sind als unterstützende Maßnahmen sehr wichtig.

Mit verschiedenen Atemtechniken können die Betroffenen lernen, besser mit der Erkrankung umzugehen. Die Behandlung kann auch zusätzlich durch Homöopathie unterstützt werden.

Wer an der Alternativmedizin interessiert ist, sollte sich am besten einen Heilpraktiker mit Erfahrung im Asthma-Bereich suchen. Patienten können auch bei Beratungsstellen und Krankenkassen hilfreiche Tipps dazu bekommen, wie sie ihren Alltag erleichtern können.

 

Die Behandlung von allergischem Asthma

Bei der Behandlung von allergischem Asthma ist neben der Therapie mit den entsprechenden Medikamenten auch eine Anpassung der Lebensweise enorm wichtig. Der Patient sollte sich ausführlich untersuchen lassen, die Reizstoffe, die das Asthma auslösen identifizieren und diese so gut wie möglich meiden.

Dies ist natürlich nicht immer leicht, dennoch gibt es bei gewissen Allergenen einige Möglichkeiten, sich bis zu einem gewissen Grad vor ihnen zu schützen.

Bei einer Milbenallergie empfiehlt es sich zum Beispiel einen milbenundurchlässigen Matratzenbezug zu nutzen, bei einer Pollenallergie ist tägliches Duschen hilfreich und Schimmelpilze können durch häufiges Lüften vermieden werden.

Die Behandlung von allergischem Asthma kann zudem mit einer Allergen-Spezifischen-Immuntherapie unterstützt werden.

 

Allergen-Spezifische-Immuntherapie

Mit der Allergen-Spezifischen-Immuntherapie (Hyposensibilisierung) kann die Allergie an sich bekämpft und somit der Ursache der Asthma-Erkrankung entgegengewirkt werden. Dabei wird dem Patienten regelmäßig die allergieauslösende Substanz zugeführt, sodass sein Immunsystem eine Toleranz gegen diese entwickeln kann.

Die Beschwerden können dadurch deutlich gemindert werden, insofern die zugeführte Substanz ein relevanter Auslöser der Asthma-Erkrankung ist. Die Immuntherapie dient als Zusatztherapie und kann die eigentliche Asthmatherapie nicht ersetzen. Sie kann in Form von Tabletten, Tropfen oder als Injektion durchgeführt werden, und ist ab dem sechsten Lebensjahr möglich.

Je früher der Betroffene mit der Hyposensibilisierung beginnt, desto höher ist auch die Erfolgschance.

 

Erste Hilfe bei einem Asthmaanfall

Bei einem akuten Asthmaanfall sollte in erster Linie die entsprechende Notfallmedikation eingenommen werden. Bei allergischem Asthma empfiehlt es sich, zusätzlich einen EpiPen bei sich zu tragen. Außerdem ist es hilfreich, einen Asthma-Pass mitzuführen, damit der Betroffene auch im Notfall die richtige Medikation verabreicht bekommen kann. Dieser beinhaltet unter anderem eine Liste mit den geeigneten Medikamenten und gegebenenfalls den bestehenden Allergien.